Am 4. März diesen Jahres wird Pastor René Winkler in sein neues Amt als Direktor der Pilgermission St. Chrischona eingesetzt. Der 51-jährige Theologe war bisher Leiter der Chrischona-Gemeinden in der Schweiz und tritt die Nachfolge von Dr. Markus Müller an, der zehn Jahre, das sind zwei Amtsperioden, diesem pietistischen Werkes vorstand. Winkler wird der achte Direktor in der mittlerweile 172-jährigen Geschichte des internationalen christlichen Verbandes mit Sitz auf St. Chrischona bei Basel in der Schweiz.

Christian Friedrich Spittler (1782-1867), württembergischer Pfarrerssohn und Leiter der Basler „Christentumsgesellschaft“, gründete 1840 die Pilgermission. Seine Motivation: „Wenn es des Herrn gnädiger Wille ist, dass die Heiden durch das Evangelium Christen werden, so muss es ebenso, ja noch mehr sein Wille sein, dass Christen, die das Evangelium haben, keine Heiden werden.“ Und so begann er, junge Handwerksburschen biblisch-theologisch auszubilden und als „Pilgermissionare“ in die Welt zu schicken.

Die biblisch-theologische Fundierung von Gemeindeleitern und Missionaren am Theolog. Seminar St. Chrischona (tsc) ist neben dem Gemeindebau bis heute der Kernauftrag der Pilgermission. „Die Ausbildung von jungen Männern und Frauen bleibt unser Beitrag an die weltweite Gemeinde Jesu“, so René Winkler. „Sie ist das Talent, das wir von Gott bekommen haben. Damit wollen wir wuchern!“ Eine gründliche und praxisorientierte Ausbildung, aber auch die Lebensgemeinschaft und das gemeinsame Arbeiten auf dem Campus von St. Chrischona sieht er als Markenzeichen des Seminars. Derzeit sind mehr als 120 Studierende dort eingeschrieben. Auch Bachelor-Studiengänge in Theologie oder Gemeindepädagogik werden angeboten. In den vergangenen 172 Jahren sind mehr als 6200 Männer und seit 1909 auch Frauen durch die Ausbildung auf St. Chrischona gegangen. René Winkler ist einer von ihnen, er studierte von 1982-1986 „auf dem Berg“.

Der „Reich-Gottes-Blick“ prägt die Pilgermission bis heute. Zu Spittlers Zeiten gingen „Chrischona-Brüder“ nach ihrer Ausbildung dorthin, wo ihr Dienst gebraucht wurde: als Katecheten in Kirchengemeinden, als Missionare nach Afrika oder als Verkündiger in Vereine der Inneren Mission. Rund 250 Absolventen zogen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Amerika, wo sie unter deutschsprachigen Einwanderern arbeiteten. In den 1870-er Jahren entstanden erste Gemeinden und Gemeinschaften in Deutschland und der Schweiz. Neben 97 Chrischona-Gemeinden in der Schweiz und 69 in Deutschland gibt es heute auch eine in Luxemburg und sieben Gemeinden in Südafrika und Namibia. Der französische Gemeindeverband „Vision-France“ hat 19 Gemeinden.

Zum Glaubenswerk gehört auch die Schwesternschaft des Diakonissen-Mutterhauses St. Chrischona und die Brunnen-Verlage in Basel und Gießen mit den Alpha-Buchhandlungen, die Arbeitsgemeinschaft für das messianische Zeugnis an Israel mit dem badischen Pfarrer Martin Rösch als Leiter. Das Konferenzzentrum auf dem Chrischona-Berg (www.kpmc.ch) zieht jährlich zehntausende Gäste zu Seminaren, Konferenzen oder Tagungen an.

Neue Herausforderungen reizen den künftigen Direktor. Er freut sich auf das Leben mit den Dozenten und Studierenden, will sie fördern und mitprägen, ihnen Perspektiven für ihr Leben geben. Winkler träumt davon, dass sie St. Chrischona mutig und mit der großen Sehnsucht verlassen, Jesus zu dienen, koste es, was es wolle.

Michael Groß

Zur Person:
Der sportlich wie auch musikalisch, theologisch und rhetorisch begabte Schweizer Theologe René Winkler (Jahrgang 1960) kennt als Sohn eines Pastors das Gemeindeleben von Kind auf. Am 24. September 2011 wurde er darum einstimmig als Nachfolger des scheidenden Chrischona-Direktors Dr. Markus Müller gewählt. Auch als Präsident des Schweizer Christustages 2010 hat Winkler seine vielseitigen Begabungen unter Beweis gestellt und ist der richtige Mann, um den guten Kurs seines Vorgängers weiter zu entwickeln. Die dem badischen wie schwäbischen Pietismus auch historisch verbundene Pilgermission St. Chrischona ist hierzulande kaum noch bekannt, darum möchten wir das Glaubenswerk und den neuen Direktor hier kurz vorstellen.
René Winkler und seine Ehefrau Monika, gelernte Krankenschwester, wissen sich von Gott in den vollzeitlichen Dienst gerufen. Die Kinder Stefan (23), David (20) und Fabienne (18) gehören zur Familie. Einsatzorte waren Steckborn/Bodensee (1986-1995) und Muttenz bei Basel (1995-2001). Die Entwicklungen in der Gemeindearbeit der letzten vier Jahrzehnte kennt Winkler aus eigenem Erleben. Das wird ihm neben treuer Fürbitte eine große Hilfe sein. Herzliche Segenswünsche zur Einführung!

Adresse: Pilgermission St. Chrischona, Chrischonarain 200, CH-4126 Bettingen, Internet:
www.chrischona.org

St. Chrischona bekommt einen neuen Direktor
Februar 2012
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