Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“ 1. Buch der Könige, Kapitel 19, Vers 7
Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“     1. Buch der Könige, Kapitel 19, Vers 7

Gedenken an einen großen Theologen, der durch die Nationalsozialisten vor 70 Jahren ermordet wurde

Was uns Dietrich Bonhoeffer heute zu sagen hat

Am 9. April diesen Jahres jährte sich die Ermordung des großen Theologen und bekannten Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) im bayerischen Konzentrationslager Flossenbürg zum 75. Mal. Er gilt Christen unterschiedlichster Ausrichtung als Vorbild. Neben seiner geistlichen Wegweisung etwa in den Schriften „Gemeinsames Leben“ und „Nachfolge“ haben die Kirchen auch sein Engagement in der Bekennenden Kirche des Dritten Reiches hervorgehoben, mit der er sich der Nazi-Diktatur und deren Juden-Pogromen widersetzte. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm (München) nannte Bonhoeffer einmal „einen frommen Rebell, der dem Naziterror widersprach“. Von ihm könnten sich die Christen heute inspirieren lassen. Von besonderer Bedeutung sei Bonhoeffers Aufforderung, das Evangelium unerschrocken in der Öffentlichkeit, in der Gesellschaft zur Sprache zu bringen.


Biografie zeigt Bonhoeffer in neuem Licht
Bis heute erhalten viele Menschen starken Trost durch die von Bonhoeffer im Gefängnis geschriebenen Verse „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag“ (EG 65). Dieser Silvestergruß war einem Brief im Dezember 1944 an seine Verlobte, die Eltern und die Geschwister angefügt. Es ist wohl der bekannteste Text, den uns Bonhoeffer als Vermächtnis hinterlassen hat. Sein Gebet aus dem Gefängnis, in dem der bekennende Christ 1945 auf Befehl von Adolf Hitler hingerichtet wurde, ist bis heute ein Mut machendes Lied für bedrängte und verzagte Christen. Recht ausführlich und verständlich über Bonhoeffers Erfahrungen, sein Leben und Wirken informiert der amerikanische Journalist Eric Metaxas – er hat deutsche Vorfahren – in seiner umfangreichen Biografie „Bonhoeffer. Pastor, Agent, Märtyrer und Prophet“. Der Band (6. Auflage im November 2014) hat viel Aufsehen erregt, weil er das weithin einseitige Bonhoeffer-Bild in der deutschen Theologie aufgebrochen hat.

 

Für den Journalisten Metaxas, der zwei Jahre gründlich recherchierte, war Bonhoeffer kein liberaler Theologe, sondern einfach ein konsequent geistlich orientierter Mensch, der biblisch ausgerichtet war. Noch Stunden vor seinem Gang zum Galgen hielt der auch seinen KZ-Arzt beeindruckende Theologe einen Gottesdienst für seine Mitgefangenen. Wenn Bonhoeffer in Briefen also von einem religionslosen Christentum schrieb, so ist das keine Hinwendung zum Atheismus gewesen, sondern eine Kritik an dem toten Christentum, das er in seiner Zeit erlebt hat.

 

Für einen biblisch fundierten, lebendigen Glauben
Für den emeritierten Professor Rainer Mayer (Stuttgart), der Systematische Theologie und Religionspädagogik an der Universität Mannheim lehrte und die deutsche Übersetzung der Biografie wissenschaftlich bearbeitet hat, trifft  Metaxas genau das Zentrum von Bonhoeffers Theologie. Die Nachfolge von Jesus muss für Christen stets die orientierende Lebensmitte sein, so Bonhoeffer. In seinem Buch „Widerstand und Ergebung“ bezeichnet er sich zwar als einen „modernen Theologen“, der noch das liberale Erbe in sich trägt. Doch von der liberalen Theologie hat Bonhoeffer eigentlich nur das Anliegen übernommen, sich nicht pseudo-fromm der jeweiligen Situation und ihren Konflikten zu entziehen. Er ehrte seine liberalen Lehrer, sah aber, dass deren Theologie den ideologischen Zeit-erscheinungen nicht den notwendigen Widerstand entgegensetzte, meint Bonhoeffer-Experte Rainer Mayer. Evangelische Kirche muss nach Bonhoeffer „Bekennende Kirche“ sein, oder sie verfehlt ihren Auftrag. Genau dies entfaltet Metaxas in seinem Buch (siehe Coverbild).

Seine Bonhoeffer-Biografie (SCM Hänssler, 752 Seiten, ISBN 3-7751-5271-6, Abbildungen, 29,95 Euro) hat weltweit vielen Menschen einen neuen und wichtigen Zugang zu Bonhoeffer eröffnet. Zur Sprache kommt darin auch, dass sich Bonhoeffer bei seinem USA-Aufenthalt aufgrund neuer Erfahrungen von den Inhalten der liberalen Theologie abgewandt hat. In den Gottesdiensten frommer Gemeinden fand er, was er schon immer gesucht hatte: biblisch fundierten und lebendigen Glauben. Von jetzt an predigte Bonhoeffer die Bibel als das Wort Gottes in Gericht und Gnade unerschrocken von der Kanzel. Und dies auch hinein in seine dem Ungeist der Welt angepasste Kirche: nicht polternd, aber dem Gewissen folgend und als lebensfroher Zeuge seines Herrn.
 
Gegen die Anpassung an den Zeitgeist
Dass Bonhoeffer in jeder Situation nach dem Willen Gottes fragte, muss uns Protestanten wieder vor Augen gestellt werden. „Mitlaufen im Trend der Zeit“ hat er vehement abgelehnt. Die Hauptsünde der evangelischen Kirche war für ihn, dass die biblisch-reformatorische Rechtfertigungslehre zur „billigen Gnade“ verkommen war. Bonhoeffer war überzeugt, dass Christus für alle Menschen, also auch für Juden, gestorben ist. Mit ganzer Kraft hat er gegen die Judenverfolgung der Nazis gekämpft. Was viele nicht wissen: Abtreibungen lehnte er ab, kritisierte die „Auflösung aller Ordnung im Verhältnis der Geschlechter zueinander“. Er wollte die Arbeiterschaft mit dem Evangelium erreichen und bezeichnete die sozialistische Idee von der Gleichheit aller Menschen als soziologisch und theologisch unhaltbar.

 

Verbindliches Christenleben nach der Bibel
Im Zentrum aller Überlegungen Bonhoeffers stand der Glaube an den auferstandenen Jesus Christus. Das gab ihm klare Orientierung und ermutigte ihn zu Zivilcourage, zur Übernahme von Verantwortung in Kirche und Gesellschaft bis hin zum Opfer seines Lebens. In einem Brief aus dem Gefängnis schrieb er: „Die letzte verantwortliche Frage ist nicht, wie ich mich heroisch aus der Affäre ziehe, sondern wie eine kommende Generation weiterleben soll.“ Bonhoeffer warnte vor der „Dummheit“, sich gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen. Ein Christenleben nach der Bibel als dem verbindlichen Wort Gottes für uns, ganze Hingabe an Jesus Christus ohne Engstirnigkeit hat er uns vorgelebt. Für Bonhoeffer wirkte sich dies segensvoll aus: in seinen Predigerseminaren und Schriften, die in kirchlichen Gemeinden wieder neu entdeckt und von Christen im Gedenkjahr intensiv gelesen werden sollten.

 

Martin Kugele
ist Pfarrer im aktiven Ruhestand in Bretten und
Mitglied im Träger- und Redaktionskreis.

Ausgabe Juni-Juli 2020

ChristusBewegung Baden:

 

An Fronleichnam, 11. Juni 2020, fand der Christustag 2020 digital im Internet statt. Zugang zu den Videos: www.christustag.de

Veranstaltungen im Sommer:

 

Am Sonntag, 5. Juli, war die Aussendungsfeier des Theolog. Seminars Adelshofen unter dem Motto „darum gehet hin“ - digital im Netz: Bilder und ein Kurzfilm, Festgottesdienst, Berichte der Absolventen mit Segnung und Sendung, Loginhttps://youtu.be/FG187K7JS_g oder: https://www.youtube.com/channel/UCl4DgiUdZ4LXS29CIL4rtqQ

 

Vom 10. bis 12. Juli CVJM-Badentreff 2020 im Internet mit Dina Ketzer (29), CVJM-Sekretärin im CVJM-Landesverband Bayern, mit dem Weltreisenden Christopher Schacht (21), mit Veranstaltungen, Homegroups, CVJM Badenband, Moonlight Event und mehr. Link zum Programm und weiteren Infos: https://www.cvjmbaden.de/website/de/cb/erleben/badentreff

 

 

Ev. Henhöferheim Neusatz im Nordschwarzwald: Vom 26. Juli bis 22. August Offene Urlaubszeit im Sommer mit biblischen Impulsen durch verschiedene Referenten.

 

Vom 22.-30. Aug. Seniorenfreizeit „Unterwegs mit Jesus“ mit Helmut und Vreni Reith (Lörrach) sowie Urs und Therese Bracher (Basel).

 

Vom 6.-12. Sept. Wanderwoche im Nordschwarzwald mit Lutz und Ursula Lauer (Karlsruhe).

 

(www.henhoeferheim.de)

Pfingsttreffen 2020:

 

Das Pfingstjugendtreffen in Aidlingen bei Stuttgart ist noch digital unter www.jugendtreffen-aidlingen.de mitzuerleben.

 

Das Pfingstmissionsfest 2020 der Liebenzeller Mission ist auch online zu sehen, Thema „Salz und Licht“ mit Predigt von Prof. Dr. Volker Gäckle. Link: www.meine-mission.org/go/pfingstmissionsfest

 

Das Pfingsttreffen des Liebenz. Gemeinschaftsverbandes am Pfingstmontag stand unter dem Thema: „ER:FÜLLT 2020“. Yassir Eric, geboren 1972 im Sudan, seit 1999 in Deutschland, hielt eine bewegende Predigt mit klarer Jesus-Botschaft. Der Ex-Muslim ist ein hervorragender Kenner des Islam und als Redner in Europa und im Mittleren Osten unterwegs.

Links: www.erfuellt.lgv.org.

https://youtu.be/2CTUUpVXMVY

Ev. Landeskirche in Baden:

 

Sonntags um 10 Uhr zeitgemäße Online-Gottesdienste mit biblisch klarer Predigt bietet unser Autor Pfr. David Brunner per Livestream aus dem badischen Stühlingen am Hochrhein: https://wutachblick.de/gottesdienst/. Alle Gottesdienste sind auch als Video eingestellt.

 

Gemeindepfarrer Helmut Becker in Gundelfingen bei Freiburg hielt am Samstag, 4. Juli, einen OpenAir-Abendgottesdienst über „Die Herausforderung der Nachfolge“, an dem 117 Besucher teilnahmen, Link zur Aufzeichnung: www.youtube.com/watch?v=FFtWfLthjTg

 

Weitere Online-Gottesdienste sind auf den Webseiten der badischen Gemeinden.

 

(www.ekiba.de)

OpenDoors-Tag 2020:

Konferenz für Weltmission:

 

Die „Konferenz für Weltmission“ vom 21. Mai ist noch als Podcast, als Video zu sehen und zu hören:

 

https://www.youtube.com/watch?v=rBwCkeYjhtA

 

(www.hfb.org)

Aufgegriffen:

 

Multireligiöse Feier in Pforzheim verwischte die Konturen

Eine multireligiöse Feier in der Thomaskirche in Pforzheim wollte Muslime, Christen, Juden und Aleviten zusammenbringen. Soweit so gut. Dass die Religionen in einer zunehmend multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft miteinander im Gespräch sind, ist nicht verkehrt. Bemerkenswert ist jedoch, was in Pforzheim an Dialog und Miteinander der Religionen geleistet wurde. Im Gegensatz zu interreligiösen Feiern, in denen gemeinsam gebetet wird, soll bei multireligiösen Feiern ein gemeinsamer Anlass und ein gemeinsamer Ort genutzt werden, damit jeder auf seine Weise beten kann. Soweit die Theorie, die eine begriffliche Abgrenzung schaffen kann. Die Feier in Pforzheim hat diese Grenzen verwischen lassen. Sie hatte schon gottesdienstlichen Charakter.

 

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