Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 1. Korinther 15,42
Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 1. Korinther 15,42

Gedenken an einen großen Theologen, der durch die Nationalsozialisten vor 70 Jahren ermordet wurde

Was uns Dietrich Bonhoeffer heute zu sagen hat

Am 9. April diesen Jahres jährte sich die Ermordung des großen Theologen und bekannten Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) im bayerischen Konzentrationslager Flossenbürg zum 75. Mal. Er gilt Christen unterschiedlichster Ausrichtung als Vorbild. Neben seiner geistlichen Wegweisung etwa in den Schriften „Gemeinsames Leben“ und „Nachfolge“ haben die Kirchen auch sein Engagement in der Bekennenden Kirche des Dritten Reiches hervorgehoben, mit der er sich der Nazi-Diktatur und deren Juden-Pogromen widersetzte. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm (München) nannte Bonhoeffer einmal „einen frommen Rebell, der dem Naziterror widersprach“. Von ihm könnten sich die Christen heute inspirieren lassen. Von besonderer Bedeutung sei Bonhoeffers Aufforderung, das Evangelium unerschrocken in der Öffentlichkeit, in der Gesellschaft zur Sprache zu bringen.


Biografie zeigt Bonhoeffer in neuem Licht
Bis heute erhalten viele Menschen starken Trost durch die von Bonhoeffer im Gefängnis geschriebenen Verse „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag“ (EG 65). Dieser Silvestergruß war einem Brief im Dezember 1944 an seine Verlobte, die Eltern und die Geschwister angefügt. Es ist wohl der bekannteste Text, den uns Bonhoeffer als Vermächtnis hinterlassen hat. Sein Gebet aus dem Gefängnis, in dem der bekennende Christ 1945 auf Befehl von Adolf Hitler hingerichtet wurde, ist bis heute ein Mut machendes Lied für bedrängte und verzagte Christen. Recht ausführlich und verständlich über Bonhoeffers Erfahrungen, sein Leben und Wirken informiert der amerikanische Journalist Eric Metaxas – er hat deutsche Vorfahren – in seiner umfangreichen Biografie „Bonhoeffer. Pastor, Agent, Märtyrer und Prophet“. Der Band (6. Auflage im November 2014) hat viel Aufsehen erregt, weil er das weithin einseitige Bonhoeffer-Bild in der deutschen Theologie aufgebrochen hat.

 

Für den Journalisten Metaxas, der zwei Jahre gründlich recherchierte, war Bonhoeffer kein liberaler Theologe, sondern einfach ein konsequent geistlich orientierter Mensch, der biblisch ausgerichtet war. Noch Stunden vor seinem Gang zum Galgen hielt der auch seinen KZ-Arzt beeindruckende Theologe einen Gottesdienst für seine Mitgefangenen. Wenn Bonhoeffer in Briefen also von einem religionslosen Christentum schrieb, so ist das keine Hinwendung zum Atheismus gewesen, sondern eine Kritik an dem toten Christentum, das er in seiner Zeit erlebt hat.

 

Für einen biblisch fundierten, lebendigen Glauben
Für den emeritierten Professor Rainer Mayer (Stuttgart), der Systematische Theologie und Religionspädagogik an der Universität Mannheim lehrte und die deutsche Übersetzung der Biografie wissenschaftlich bearbeitet hat, trifft  Metaxas genau das Zentrum von Bonhoeffers Theologie. Die Nachfolge von Jesus muss für Christen stets die orientierende Lebensmitte sein, so Bonhoeffer. In seinem Buch „Widerstand und Ergebung“ bezeichnet er sich zwar als einen „modernen Theologen“, der noch das liberale Erbe in sich trägt. Doch von der liberalen Theologie hat Bonhoeffer eigentlich nur das Anliegen übernommen, sich nicht pseudo-fromm der jeweiligen Situation und ihren Konflikten zu entziehen. Er ehrte seine liberalen Lehrer, sah aber, dass deren Theologie den ideologischen Zeit-erscheinungen nicht den notwendigen Widerstand entgegensetzte, meint Bonhoeffer-Experte Rainer Mayer. Evangelische Kirche muss nach Bonhoeffer „Bekennende Kirche“ sein, oder sie verfehlt ihren Auftrag. Genau dies entfaltet Metaxas in seinem Buch (siehe Coverbild).

Seine Bonhoeffer-Biografie (SCM Hänssler, 752 Seiten, ISBN 3-7751-5271-6, Abbildungen, 29,95 Euro) hat weltweit vielen Menschen einen neuen und wichtigen Zugang zu Bonhoeffer eröffnet. Zur Sprache kommt darin auch, dass sich Bonhoeffer bei seinem USA-Aufenthalt aufgrund neuer Erfahrungen von den Inhalten der liberalen Theologie abgewandt hat. In den Gottesdiensten frommer Gemeinden fand er, was er schon immer gesucht hatte: biblisch fundierten und lebendigen Glauben. Von jetzt an predigte Bonhoeffer die Bibel als das Wort Gottes in Gericht und Gnade unerschrocken von der Kanzel. Und dies auch hinein in seine dem Ungeist der Welt angepasste Kirche: nicht polternd, aber dem Gewissen folgend und als lebensfroher Zeuge seines Herrn.
 
Gegen die Anpassung an den Zeitgeist
Dass Bonhoeffer in jeder Situation nach dem Willen Gottes fragte, muss uns Protestanten wieder vor Augen gestellt werden. „Mitlaufen im Trend der Zeit“ hat er vehement abgelehnt. Die Hauptsünde der evangelischen Kirche war für ihn, dass die biblisch-reformatorische Rechtfertigungslehre zur „billigen Gnade“ verkommen war. Bonhoeffer war überzeugt, dass Christus für alle Menschen, also auch für Juden, gestorben ist. Mit ganzer Kraft hat er gegen die Judenverfolgung der Nazis gekämpft. Was viele nicht wissen: Abtreibungen lehnte er ab, kritisierte die „Auflösung aller Ordnung im Verhältnis der Geschlechter zueinander“. Er wollte die Arbeiterschaft mit dem Evangelium erreichen und bezeichnete die sozialistische Idee von der Gleichheit aller Menschen als soziologisch und theologisch unhaltbar.

 

Verbindliches Christenleben nach der Bibel
Im Zentrum aller Überlegungen Bonhoeffers stand der Glaube an den auferstandenen Jesus Christus. Das gab ihm klare Orientierung und ermutigte ihn zu Zivilcourage, zur Übernahme von Verantwortung in Kirche und Gesellschaft bis hin zum Opfer seines Lebens. In einem Brief aus dem Gefängnis schrieb er: „Die letzte verantwortliche Frage ist nicht, wie ich mich heroisch aus der Affäre ziehe, sondern wie eine kommende Generation weiterleben soll.“ Bonhoeffer warnte vor der „Dummheit“, sich gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen. Ein Christenleben nach der Bibel als dem verbindlichen Wort Gottes für uns, ganze Hingabe an Jesus Christus ohne Engstirnigkeit hat er uns vorgelebt. Für Bonhoeffer wirkte sich dies segensvoll aus: in seinen Predigerseminaren und Schriften, die in kirchlichen Gemeinden wieder neu entdeckt und von Christen im Gedenkjahr intensiv gelesen werden sollten.

 

Martin Kugele
ist Pfarrer im aktiven Ruhestand in Bretten und
Mitglied im Träger- und Redaktionskreis.

Ausgabe April-Mai 2020

Bibelkonferenzzentrum

Langensteinbacher Höhe

(Karlsbad bei Karlsruhe):

 

Am Mittwoch, 8. März, um 19.30 Uhr Livestream-Bibelstunde mit Theologe Rainer Wörz über die Homepage mit dem Thema: „Wer (be)nutzt die Krise?“

 

(www.lahoe.de)

CVJM-Landesverband Baden:

Alle Termine offen wg. Corona.

Biblischer Sinnenpark der Badischen Landeskirche:
 

Der Ostergarten ist wegen Corona in diesem Jahr nur online zu sehen, ist aber sehr gut und zu empfehlen.

 

Ab Palmsonntag (5. März) ist die digitale Zeitreise OSTERGARTEN zu sehen: fünf kl. Zeitzeugen-Videos im Internet: www.osterzeitreise.de

 

Verantwortlich ist Dipl.Rel.Päd. Lutz Barth von der Sinnenarbeit der Badischen Landeskirche E-Mail: sinnenpark@ekiba.de.

 

(www.sinnenpark.de)

Lebenszentrum Adelshofen:

 

Derzeit keine Veranstaltungen wegen Corona.

 

(www.lza.de)

Theologisches Seminar Adelshofen (TSA):

 

Angesichts der Corona-Zeit macht das TSA einige digitale Angebote und lädt zum Austausch darüber ein, empfiehlt vor allem die beiden Angebote zur Berufungsfindung und Wegfindung  Link zum Angebot:

www.lza.de/fileadmin/user_upload/TSA/2020/TSA_-_digitales_Angebot_Maerz-April_2020_.pdf

 

(www.lza.de)

Aufgegriffen:

 

Problemlösung durch
Problemvernichtung?

 

Das BVG-Urteil zur Sterbehilfe hinterlässt zwiespältige Gefühle. Zum einen ist zu begrüßen, dass Ärzte, die bei schwerkranken Patienten Medikamente für ein schnelles Sterben zur Verfügung stellen, keine Strafverfolgung mehr befürchten müssen. Zum andern aber kann nun jeder, der seinem Leben aus welchen Gründen auch immer ein Ende setzen will, dafür Hilfe in Anspruch nehmen. Das ist hochproblematisch..

 

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