Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Hiob 19,25
Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Hiob 19,25

30 Jahre Mauerfall und deutsche Einheit

Die Macht des Glaubens ist stärker als die  Macht der Mächtigen

Er war viele Jahre im Ostharz (DDR) als Geistlicher der Ev. Landeskirche von Anhalt tätig. Seine Erinnerungen hat er in einer Broschüre „Die Macht der Machtlosen“ festgehalten. „Meine Erfahrungen sollen nicht vergessen werden“, sagt der 85-jährige Pfarrer Ernst Stiller, der mit seiner Ehefrau Carin (83) heute in Lemgo (NRW) lebt: „Die Macht des Glaubens kann sich stärker erweisen als die Macht der Mächtigen.“ Er stammt aus einem christlichen Elternhaus in Niederschlesien. Nach der Flucht 1945 über Dresden und Greiz siedelte sich die Familie ab 1947 in Reichenbach im Vogtland (DDR) an. Dort war der Vater nach seiner Entlassung aus englischer Kriegsgefangenschaft als Prediger der Landeskirchlichen Gemeinschaft tätig. 

 

Vom Gärtner zum Pfarrer

Stiller wurde zunächst Gärtner. Bei einer Jugendevangelisation in Reichenbach kam er zum persönlichen Glauben. Sein Ziel fortan: Er wollte Missionar in Brasilien werden. Deshalb bewarb er sich bei der Lutherischen Mission in Leipzig. Er holte das Abitur nach und studierte Theologie. Doch nach Ende des Studiums 1959 war eine Ausreise aus der DDR nicht mehr möglich. Stattdessen sollte er Vikar im Ort Tanne im Harz werden. Aber der Ort lag mitten im Sperrgebiet zur innerdeutschen Grenze. Er und seine junge Frau bekamen keine Zuzugsgenehmigung. Da passte es, dass der Pfarrer aus dem Nachbarort Trautenstein in den Ruhestand ging. Dort wurde Stiller 1961 zunächst Vikar, dann Pfarrer.

Von Anfang an legte er sich mit den Behörden an. Für den Ort Tanne – einen Passierschein bekam er – plante Stiller eine große Weihnachtsfeier. Und zwar im Gasthaus. Doch die SED sagte Nein. Stiller fuhr zum Rat des Kreises nach Wernigerode, trug sein Anliegen vor und drohte damit, dass enttäuschte Kirchenmitglieder eventuell nicht an den nächsten Volkskammerwahlen teilnehmen würden. Tatsächlich erhielt er die Genehmigung. In der Seelsorge machte er jungen Männern Mut, in der Kirche zu bleiben und auf eine Karriere in der Nationalen Volksarmee – und damit auf mehr Geld und bessere Wohnungen – zu verzichten. Ehrenamtlichen Kirchenmitarbeitern, die als Spitzel von der Stasi angeworben werden sollten, empfahl er, den Beamten zu sagen: „Ich muss darüber erst mit meinem Pfarrer reden.“ Meist hätten sie dann Ruhe vor weiteren Anwerbeversuchen gehabt.

 

Mitglied in der Blockpartei CDU

Stiller mischte sich auch ins gesellschaftliche Leben ein. Als Schüler im Sportunterricht vom Lehrer mit den Worten „Schnauze“, „Fresse“ oder „Schwein“ beschimpft wurden, meldete er dies der Schule: Der Lehrer wurde versetzt. Er engagierte sich für eine Konfirmandin, der eine Lehrerin geraten hatte, sich nicht taufen und konfirmieren zu lassen, um sich die Zukunft nicht zu verbauen. Er verbat sich solche Einmischungsversuche, weil es in der DDR offiziell auch Religions- und Gewissensfreiheit gab. Um mehr Freiheiten für die Kirchenmitglieder zu erreichen, trat er in die Blockpartei CDU ein. Seine Erfahrung: „Die Parteimitgliedschaft war oft hilfreich für die Auseinandersetzung vor Ort.“ Er beerdigte sogar den 14-jährigen Sohn eines Parteisekretärs, der sich das Leben genommen hatte, weil seine Eltern erwarteten, dass er sich zehn Jahre für den Dienst in der Volksarmee verpflichten sollte. Der Jugendliche wollte lieber Förster werden. Der Junge war nicht getauft, seine Eltern keine Christen. Dennoch leitete Stiller die Beisetzung – auf Bitte der Eltern: „Manchmal muss man einfach handeln, um nicht vor Gott und Mensch unglaubwürdig zu werden.“ Stiller nimmt am Kongress „30 Jahre Friedliche Revolution“ teil, der vom 20. bis 23. Oktober im Christlichen Gästezentrum Schönblick in Schwäbisch Gmünd stattfindet.

 

Klaus Rösler

ist Redaktionsmitglied der Ev-. Nachrichtenagentur idea in Wetzlar.

 

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In diesem Herbst feiert Deutschland das Jubiläum des Falls der Berliner Mauer im Jahr 1989. Anlässlich des historischen Ereignisses sind in der Hauptstadt eine Vielzahl an Veranstaltungen und Ausstellungen, die sich mit dem Bau der Berliner Mauer, der Teilung, dem Kalten Krieg und der Friedlichen Revolution von 1989 beschäftigen. Eine große Feier ist am Abend des 9. November am Brandenburger Tor. Eher im Hintergrund und fast vergessen ist das Wirken treuer Christen in der DDR, die mit Gebeten und mutigem Bekenntnis mit zum Fall der Mauer beitrugen. Hier exemplarisch ein kleiner Einblick in das Leben eines Pfarrers.

 

Pfarrer Ernst Stiller (85), oben im Bild mit Ehefrau Carin (83), erlebte das Eingreifen Gottes bereits bei der Flucht aus Schlesien (das schon früh in der Reformationszeit vom Evangelium erfasst wurde). Es verschlug ihn und seine Mutter nach Dresden. Wenige Tage bevor die Stadt im Februar 1945 von den Alliierten bombardiert wurde, erhielt die Familie ein Telegramm von einer Tante, die als Diakonisse im Landeskrankenhaus in Greiz tätig war. Sie schrieb: „Kommt nach Greiz.“ Das taten sie. „Tante Emmchen hat uns das Leben gerettet“, so Stiller bewegt. Was heute fast vergessen ist: Die Christen in der DDR litten unter gezielter Unterdrückung. Der Staat drängte mit Repressalien den Einfluss der Kirchen zurück und sorgte für die Entchristlichung der Bevölkerung. Heute gehört die Mehrheit in den neuen Bundesländern keiner Kirche an.

 

Ausgabe Okt-Nov 2019

Netzwerk Bibel und Bekenntnis:

 

Am Samstag, 16. Nov., von 10.30 Uhr bis 16.00 Uhr Studientag über „Heilsame Lehre“ in der Hammerhütte (Bethausweg 2) in Siegen mit Pastor Olav Latzel (Bremen), Dr. Markus Till (Weil im Schönbuch), Prof. Dr. Christian Stettler (Schweiz), Markus Hoffmann (Tamm) und Ulrich Parzany, Plenum mit Fragen.

 

(www.bibelundbekenntnis.de)

Henhöferheim Neusatz

(Bad Herrenalb):

 

Vom 16.-22. Nov. Freizeit über Buß- und Bettag mit Pfr. Matthias Uhlig zum Thema „Leg‘ mich wie ein Siegel auf dein Herz“ und was das 5. Buch Mose über die Liebe zu Gott sagt.
 
Vom 29. Nov. bis 1. Dez. Einkehrtage zum 1. Advent mit Kirchenrat i.R. Werner Schmückle und seiner Frau Hiltrud (Stuttgart) zum Thema „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“.
 
Vom 27. Dez. bis 1. Jan. Freizeit zum Jahreswechsel mit Pfarrer Wolfgang und Doris Gehring aus Steinen bei Lörrach.  
 
(www.henhoeferheim.de)
Lebenszentrum Adelshofen:

 

Am Sonntag, 24. Nov., von 10 Uhr bis 16 Uhr Kommunitätsfeier Adelshofen: um 10 Uhr Festgottesdienst mit Predigt von Dezent Wilhelm Faix und Einführung des neuen Leiters des Theolog. Seminars (TSA), Alexander Stavnichuk, um 12 Uhr Mittagessen und Zeit der Begegnung, um 13.30 Uhr Kommunitätsfeier mit Aufnahme von Br. Dieter Rothenhäusler in die Kommunität, mit Beiträgen der Brüder und Schwestern und einer Ansprache. Anschließend Kaffee, Kuchen, Begegnungen. Kinder und Teenager haben Extraprogramme, Videoübertragung für Eltern mit Kleinkindern.

 

Am Freitag, 29. Nov.,  von 19.30 bis 22 Uhr Uhr Adventskonzert „Licht der Welt“ mit Danny Plett und Band in der Gottesrufhalle in Adelshofen (10 Euro).

 

(www.lza.de)

Bibelkonferenzzentrum Langensteinbacherhöhe:

 

Vom 19.-26. Nov. Israel-Konferenz „Brennpunkt Naher Osten - Einblicke und Perspektiven. Israel und seine Nachbarn“ mit Johannes Gerloff und Akiva Cohen, messianischer Jude u. akad. Bibellehrer in Israel und den USA, und Dr. Johanna Katanacho für die evangelikalen Palästinenser in Israel (er ist akad. Dekan der Bibelschule in Nazareth). Beide verbindet eine herzliche Einheit in Christus, die sie lehren und leben. Gerloff, Theologe und Journalist, lebt seit 25 Jahren in Jerusalem und verbindet die persönliche Erfahrung mit dem biblischen Zeugnis zu einer tiefen Erkenntnis des Willens Gottes.
 

(www.lahoe.de)

Ev. Landeskirche in Baden:

 

Vom 27.-29. Febr. Willow-Creek-Leitungskongress zum Thema „LK 20 – richtungsweisend“ in der dm-Arena Karlsruhe. Der Kongress wird von Karlsruhe aus auch live an 15 Orte in der ganzen Bundesrepublik übertragen. Dort erleben Besucher das komplette Programm auf Großbildleinwand in ausgezeichneter Bild- und Tonqualität mit eigener Kongress-Atmosphäre, drei richtungsweisende Tage für Haupt- und Ehrenamtliche mit Leitungsverantwortung, für Mitarbeitende in Gemeinden, für junge Menschen, die unsere Welt von morgen prägen, für alle, die sich eine Neubelebung ihres Glaubens wünschen.

 

(www.willowcreek.de/kongresse/leitungskongress/willkommen/)

Aufgegriffen:

 

Heiligt der Zweck die Mittel?

Pfiffe, „Hau-ab“- und „Nazi“-Rufe, Papierkugeln fliegen, ein junger Mann rempelt ihn an: Proteste der Antifa verhindern am 16. Oktober die Vorlesung des konservativen Professors Bernd Lucke an der Universität Hamburg. Kurz darauf untersagt der Präsident der gleichen Universität einen Vortrag von FDP-Chef Christian Lindner, wohl um erneute Proteste zu vermeiden. Am 21. Oktober störten Aktivisten eine Lesung des CDU-Politikers Thomas de Maizière in Göttingen. Sie blockieren den Eingang zum Alten Rathaus. Es werden kurdische Fahnen geschwenkt und ein „Fridays for Future“-Banner ausgerollt.

 

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