Monatsspruch für August 2026


Jesus Christus spricht:

„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ 


Johannes-Evangelium, Kapitel 10, Vers 10 (Einheitsübersetzung)


Unser Monatsspruch findet sich in einer Predigt von Jesus, in der er das Bild eines guten Hirten verwendet. Auch wenn Schafherden bei uns heute selten sind, können wir das Bild verstehen. Ein guter Hirte führt seine Schafe, er beschützt und versorgt sie. Jesus möchte uns mit diesem Bild sagen, was er uns geben möchte, nämlich Leben in Fülle. Was aber heißt das konkret?

 

Der gute Hirte gibt uns Orientierung

Wir leben in einer Welt voller Stimmen, voller Nachrichten, Meinungen und Erwartungen. Welche dieser Stimmen ist glaubwürdig? Ein guter Hirte führt die Schafe durch seine Stimme. So lädt Jesus uns ein, auf seine Stimme zu hören. Das wird vor allem möglich durch sein Wort, die Bibel. Durch das Lesen der Bibel lernen wir zu unterscheiden, was von Gott kommt und was uns von ihm wegführen möchte.

 

Der gute Hirte beschützt uns

Schafe brauchen den Schutz des Hirten. Weil sie dem Hirten vertrauen, kann er sie sicher durch gefährliche Situationen leiten. So gelingt es zum Beispiel den Hirten in unserer Zeit, ihre Schafherde unbeschadet über eine befahrene Straße zu führen. Unser guter Hirte will uns unsere Ängste nehmen und uns durch die Herausforderungen des Lebens führen. Wir können ihm in jeder Situation vertrauen, bei bekannten oder unbekannten Herausforderungen.

 

Der gute Hirte versorgt uns

Die tägliche Sorge eines Hirten ist, seinen Schafen gute Weide zu geben. Ohne den Weitblick und die Fürsorge des Hirten verhungern die Schafe. Wenn Jesus von einem Leben in Fülle spricht, meint er nicht in erster Linie ein sorgenfreies Leben im Wohlstand. Gemeint ist ein Leben in der Nähe Gottes, getragen von seiner Liebe und Fürsorge. Trotzdem lehrt er uns im Vaterunser, auch für die materielle Versorgung zu beten: Unser tägliches Brot gib uns heute. Menschen zu allen Zeiten haben erlebt, dass Gott dieses Gebet erhört. 

 

Der gute Hirte ist Jesus Christus

Die Zuhörer Jesu hatten bei seiner Predigt sicher einen Text vor Augen, den sie alle gut kannten, nämlich den Psalm 23. Dort heißt es: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ Diesen Psalm haben Christen zu aller Zeit gebetet und in diesem guten Hirten letztlich Jesus Christus gesehen. Alles, was die Rede vom guten Hirten von uns erwartet, ist die schlichte Antwort, das Gebet: „Jesus, sei du auch mein guter Hirte. Amen.“

 

Martin Kugele 

nach einer Vorlage der Christin Elsbeth Tolu in Nairobi



Martin Kugele

Pfarrer im aktiven Ruhestand in Bretten