Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander. Markus 9, 50
Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander. Markus 9, 50

Wie Ehepaare der Monotonie des Alltags trotzen können

Wenn der Kick in der Beziehung fehlt

Handle nach dem Motto „Wie Gott mir, so ich dir!“

Die Liebe schafft Hochgefühle. Mit Schmetterlingen im Bauch legt sie los, führt Frau und Mann über gemeinsame, begeisternde Erlebnisse vor den Traualtar und beglückt die frisch Verheirateten, für die im neu entstandenen Wir Träume in Erfüllung gehen.

 

Hochgefühle sind kein Dauerzustand
Doch das Hochgefühl, der Kick, ist kein Dauerzustand. Er kann es auch gar nicht sein – ein ausschließlich aus Höhepunkten bestehendes Leben hielte kein Mensch aus. Es ist wie beim Achterbahnfahren: Beim ersten Mal ist es wahnsinnig aufregend, aber wer zehn oder zwanzig Mal hintereinander fährt, verliert die Begeisterung. Die Liebe besteht nicht darin, von Höhepunkt zu Höhepunkt zu eilen. Es geht im Wesentlichen um Tiefe: Verlässlichkeit, Vertrauen, Geborgenheit. Paare, die das dauerhaft erleben, haben die Champions League der Ehe erreicht. Um dort hinzukommen, braucht es eine dem Partner zugewandte, sein Wohl suchende Haltung und den regelmäßigen Austausch miteinander.

 

Es lohnt sich, Höhepunkte zu schaffen
Natürlich wird die Beziehung langweilig, wenn es nie begeisternde Erlebnisse gibt. Es lohnt sich, sie zu schaffen – und es muss nicht gleich die Wildwasserfahrt im Zweier-Kajak auf einem Alpenfluss sein. Auch ein paar Flüchtlinge zum Abendessen einzuladen und diese Begegnung gemeinsam vorzubereiten, kann aufregend sein. Wenn also der Kick in einer Beziehung fehlt, ist das noch kein Alarmzeichen. Alltag ist Alltag, und gerade in trüben Zeiten ist es erst mal wichtig, am Partner festzuhalten. Aber dann sollte man in der Alltagwüste natürlich nicht stehen bleiben, sondern Oasen suchen. Gemeinsame Erlebnisse, die Spaß machen und das Gespräch fördern. Dienste in der Gemeinde, Ausflüge an unbekannte Orte, die kreative Umgestaltung eines Zimmers in der Wohnung. Ideen gibt es genug und hoffentlich auch den Willen, immer wieder eine neue davon umzusetzen.

 

Die Ehe ist eine Liebesbeziehung
Die Ehe ist mehr als eine Partnerschaft, in der man gemeinsam Haus und Garten verwaltet, die Kinder versorgt. Sie ist weit mehr als ein Austausch erledigter Dienstleistungen. Es geht vor allem um eine Liebesbeziehung. Die Liebe schenkt, ohne zu wissen, ob der andere zurückgibt. Sie ist bereit zu investieren, ohne die Frage zu stellen: „Was habe ich davon?“ Sie ist bereit, dem anderen liebevoll zu dienen, und stellt das Wohl des anderen vornean. Nicht umsonst spricht Paulus vom großen Geheimnis der Ehe: Sie soll die Beziehung Jesu zu seiner Gemeinde widerspiegeln. Er gab alles für sie, ging für sie bis zum Äußersten. Er ließ sein Leben, um sie zu retten. Schwer wird es, wenn einer sich in der Ehe grundsätzlich als der allein Gebende fühlt. Das Wissen „Gott gab alles für mich und schenkt sich mir täglich neu“ kann aber vor dem Ausbrennen bewahren und helfen, weiter zu lieben. Der Leitsatz lautet auch in der Ehe: „Wie Gott mir, so ich dir!“

 

 

Susanne Mockler
ist Paarberaterin, wohnt auf der Schwäbischen Alb und engagiert sich für Ehen und Familien (www.geliebtes-leben.de). Ihr Beitrag oben setzt sich zusammen aus Auszügen zweier ihrer Kolumnen zur „Ehe“ im Ev. Wochenmagazin „ideaSpektrum“. Wir danken für die freundliche Genehmigung.

Erfahrungen mit 20 Euro – einfach so geschenkt!

Neulich zog es mich zusammen mit meiner Tochter Birte in die nahgelegene Großstadt. Shoppen war angesagt. Als ich - glücklich über einen guten Parkplatz - aus dem Auto stieg, der Schock: mein Portemonnaie samt Scheckkarten und Papieren lag noch zuhause. Erstaunlicherweise war ich gar nicht so genervt. Lag wohl am schönen Wetter. Sofort zurückfahren wollte ich nicht. Also sind wir im Sonnenschein spazieren gegangen und haben eine Kirche besichtigt. Dort kamen wir mit einer Diakonisse ins Gespräch. Es ergab sich, dass ich von meinem vergessenen Geldbeutel erzählte. „Und was machen Sie jetzt?“, fragte die ältere Dame. „Wieder nach Hause fahren und dort einkaufen!“, war meine Antwort. „Warten Sie!“, hörte ich sie sagen, und da ging sie auch schon weg. Dann tauchte sie wieder auf - in der Hand zwei 10-Euro-Scheine. Die gab sie mir mit den Worten: „Sie können doch nicht nach Hause fahren, ohne einen Kaffee getrunken zu haben!“ Und sie fügte hinzu: „Ich habe so viel im Leben geschenkt bekommen!“ Ich zögerte – aber dann nahm ich das Geld an.

 

Lebensweisheit
„Man muss sich auch mal was schenken lassen!“, dachte ich. Dann verriet sie mir ihren Namen - nicht ohne mit strengem Blick zu sagen: „Aber unterstehen Sie sich, mir das Geld wiederzugeben!“. „Dann sind Sie heute unser Engel“, sagte ich und wir verabschiedeten uns von dieser ungewöhnlichen Frau. 20 Euro - geschenkt! Wir konnten unser Glück kaum fassen. Zur Erinnerung kauften wir ein T-Shirt für Birte. Dann ging es - natürlich - in die Eisdiele. Danach hatten wir immer noch Geld übrig. Mir war klar, dass ich keinen Cent davon mit nach Hause nehmen wollte. Plötzlich stand - sehr zur Freude meiner Tochter - ein junger Straßenmusiker an einer Ecke. Wir hörten zu, kamen mit ihm ins Gespräch. Ich gab ihm fünf Euro – und erzählte ihm unsere 20-Euro-Geschichte. „Krass!“, meinte er und freute sich mit uns. Zurück am Auto sagte ich zu meiner Tochter: „jetzt haben wir zwar fast leere Taschen - aber so ein volles Herz!“

 

Reich beschenkt
Für mich war das Erlebnis eine wichtige Lektion. Wie oft habe ich schon gehört: „Alle eure Sorge werft auf ihn (Gott), denn er sorgt für euch“ (1. Petrus-Brief, Kapitel 5,Vers 7). Hier habe ich es hautnah erlebt. Was sind wir reich beschenkt worden - nicht nur finanziell. Das hätten wir nicht erlebt, wenn alles so gelaufen wäre, wie ich es eigentlich geplant hatte. Das macht mir Mut für Situationen in meinem Leben, Wo es auch nicht „nach Plan“ läuft. Gott sorgt sich um mich. Im Großen und im Kleinen. Darauf ist Verlass! Ich wünsche auch Ihnen solche unverhofften Glücksmomente mitten im Alltag - und dass Sie sie entdecken und „Gott sei Dank“ dafür sagen können.

 

 

 

 

 

Sabine Langenbach
wohnt in Altena im Märkischen Kreis (NRW) und ist Moderatorin des Kirchenmagazins bei „Radio MK kreuz & quer“, davor bei ERF Medien.

Gedanken zum Monatsspruch August:

Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander.

Markus 9, 50

 

Der Monatsspruch August 2016 ist das Schlusswort eines kantigen Leitfadens für Jesus-Leute (Markus 9, 33-50). Salz hat hier eine bildliche Bedeutung. Es ist absolut notwendig, bewahrt vor Fäulnis und fadem Geschmack. Für seine gute Wirkung muss es seine Schärfe behalten. Aus dem Zusammenhang der vorangehenden Verse wird deutlich: Das Salz der Jünger bedeutet deren unbedingte Opfer- und Leidensbereitschaft, im Gehorsam für Gott zu letzter Hingabe, auch zu schmerzhaftem Dienst bereit zu sein. Drei Aspekte einer echten und profilierten Jesus-Nachfolge erkenne ich aus dem Monatsspruch.

 

1. Die Jesus-Gemeinschaft lieben
Salz war zu Jesu Zeiten kostbar, „weißes Gold“. Das „Salz“, also der einzigartige Schatz der Christen, ist die unsichtbare, aber reale Gemeinschaft mit Jesus. Ohne die Lebenshingabe des Mannes am Kreuz steht es nämlich übel um uns. Unsere  freche oder auch versteckte Gottesablehnung sitzt tief in uns drin. Aber durch Jesu Opfer ist jetzt Friede zwischen den Rebellen und dem Herrn der Welt. Das Größte und Schönste, das absolut Entscheidende am Christsein ist diese Gotteserfahrung. Das muss lebendig in uns bleiben. Persönliche Verlusterfahrungen sind nur noch mehr Anlass, sich Jesus „an den Hals zu werfen“. Schade, dass in so vielen Christen dieses Feuer für Gott nicht mehr brennt. Viele haben heute das Bewusstsein für die Tiefe ihrer Verlorenheit und für die Ewigkeit verloren. Wichtig ist ihnen die Erfüllung ihrer irdischen Wohlfühl-Wünsche und -Gefühle. So verlieren sie ihr „Salz“.

 

2. Konflikte bejahen
Jesus erwartet von seinen Leuten, „salzig“ zu sein, nicht süß. „Gesalzen“ zu werden, ist leiden, brennen wie im Feuer (Vers 49). Wer sich zu dem alleinseligmachenden Jesus Christus stellt, erfährt Schmerzen. Es tut weh, sich mit den eigenen Sünden und derjenigen der Mitchristen konfrontiert zu sehen und dazu nicht zu schweigen. Es tut weh, sich der Häme und der Diktatur der „Toleranten“ auszusetzen. Es ist harte Arbeit, sich um einzelne Menschen zu mühen und ihre Lasten mitzutragen. Es schmerzt, zu erleben, wie auch in evangelikalen Gemeinden die Harmoniesucht und die Gleichgültigkeit grassieren: Bloß keinem wehtun! Bloß nicht ausgrenzen! Obwohl Jesus jede Menge Menschen ausgegrenzt hat. Hast du das „Jesus-Salz“ in dir? Dann frage dich: Was würde Jesus tun? Opfere ich mich auf für Jesus und die Menschen? Wage das kritische Denken und den Widerspruch! Riskiere notfalls auch Trennungen! Mündige und stabile Jesus-Nachfolger wachsen nur in Auseinandersetzungen und nicht in Wellness-Gemeinden. Konflikte sind Chancen.

 

3. Frieden gestalten
„Haltet Frieden untereinander.“ Damit meint Jesus mehr als ein gutes Zusammenleben. Sein Friede kommt aus der Gemeinschaft mit dem Vater im Himmel und soll in unsere alltäglichen Beziehungen einfließen, in die achtsame Begegnung von Mensch zu Mensch, auch durch freundschaftliche Fürsorge. Wo wir aus der Herzensbindung an Jesus heraus Menschen zur Seite stehen, ihr Fürsprecher und Helfer werden, da wird Frieden. Es geht gerade unter Christen nie ohne Spannungen, Interessenkonflikte und Verletzungen ab. Aber aus dem inneren Frieden in der Jesus-Gemeinschaft heraus können wir uns zurücknehmen, weniger verbissen unsere Ansicht vertreten und versuchen, die Ziele anderer zu verstehen und mit ihnen abzuklären. In immer neuen Anläufen einander bejahen, einander vergeben, aber auch einander die Grenzen aufzeigen, das ist „Haltet Frieden untereinander“. Jesus macht es möglich. Deshalb sollen wir nie aufhören, uns darum zu mühen.

 

 

 

 

Paul-Ludwig Böcking
ist Pfarrer im aktiven Ruhestand in Pforzheim-Stadt.

Ausgabe Aug. / Sept. 2016

Badische Landeskirche:
 

Am Samstag, 24. Sept., von 11 Uhr bis 18 Uhr Innovationstag 2016 (Henhöfertag Baden) in Linkenheim bei Karlsruhe zum Thema „Kirche: Geistreich“ mit Pfarrer Hans-Hermann Pompe (57), Leiter des Zentrums „Mission in der Region“ der Ev. Kirche in Deutschland (Redner am Vormittag), und Pfarrer Hans-Peter Wolfsberger, Leiter vom „Haus der Besinnung“ in Betberg bei Freiburg (Redner am Nachmittag, 15:20 Uhr) – und neun Workshops um 13:30 Uhr, parallel Bühnen-Programm „Martin Luther und sein Knecht“, eine Zeitreise mit Annette und Lutz Barth, ab 10:30 Uhr Ankommen bei Kaffee und Brezel. Internet: http://ekiba.de/html/content/innovationstag.html

(www.ekiba.de)

 

Seelsorgezentrum „Haus Frieden“ in Steinen:

 

Vom 3.-10. Sept. Herbstwanderwoche „Wohlauf in Gottes schöne Welt“ mit Rainer und Beate Zelewske, vom 10.-17. Sept. Tage mit Gottes Verheißungen aus Jesaja 40-45 mit Pfarrer Dieter und Sabine Schneider, vom 17.-25. Sept. Woche mit Prof. Detschko Sivilenov zum Thema „Wachstum im Glauben – wie geschieht das?“.

 

(www.haus-frieden.de)

 

DMG-Interpersonal, Sinsheim:

Am 25. Sept. ab 10 Uhr Herbstmissionsfest 2016 unter dem Motto „Mission – Gemeinden sei Dank!“ mit Prof. Dr. Peter Penner, der Christen in Osteuropa theologisch ausbildet und einen slawischen Bibelkommentar herausgegeben hat. Er spricht im Festgottesdienst um 10 Uhr zum Thema „Ohne Gemeinde geht es nicht!“ Parallel ist ein buntes Kinderprogramm.

 

(www.DMGint.de)

 

Aufgegriffen:
Konzilien können irren

Die Synode der Badischen Landeskirche hat beraten und beschlossen: Jetzt können homosexuelle Paare getraut werden. Selten wurde ein Beschluss so rasch den Pfarrämtern mitgeteilt wie dieser. Wir fühlten uns erinnert an Schabowskis legendäre Bemerkung zur Grenzöffnung: „Ab sofort, unverzüglich.“ Und kaum ein Beschluss ruft so viele Irritationen und Fragen hervor wie dieser.
Zum Beispiel: Warum wird eine so wichtige Frage in der Landessynode behandelt und entschieden, ohne dass vorher ein Beratungsprozess in den Gemeinden, Bezirkssynoden und unter den Pfarrern stattfindet? Hat man Angst vor der Basis? Immerhin bedeutet eine solche Trauung den eklatanten Bruch mit biblischen Aussagen, bisher geltender Ethik, der zweitausendjährigen Tradition der Kirche und der ökumenischen Gemeinschaft.

 

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