Gott spricht: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. Jeremia 31, 3 (Monatsspruch für September 2016)
Gott spricht: Ich habe dich je und je geliebt,darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. Jeremia 31, 3  (Monatsspruch für September 2016)

Leitgedanken auf dem Weg zum Luther-Jubiläum 2017

Wie sind die Aussagen der Heiligen Schrift zu verstehen?

Auszüge eines Beitrages zum rechten Verständnis der Bibel von Pfarrer Dr. Rolf Hille
 
Hermeneutik (altgriechisch für erklären, auslegen und übersetzen) ist die Wissenschaft vom richtigen Verständnis der Bibel. „Verstehst du auch, was du liest?“ fragte schon Evangelist Philippus einen äthiopischen Beamten, der eine alttestamentliche Schriftrolle las (Apg. 8). „Wie kann ich, wenn mich niemand anleitet“, antwortete dieser. Um Texte zu verstehen, ist also auch zu fragen: Was hat der Autor ursprünglich gemeint, was kann er mir heute sagen?
 
In allen Fragen, die unsere Gemeinschaft mit Gott und das ewige Heil betreffen, ist die Bibel glasklar, weil Jesus das Zentrum ist. Das Alte Testament weist prophetisch auf Christus hin und bereitet sein Kommen vor. Die Bibel ist also ungeachtet der langen Zeiträume, in denen sie entstand, und unabhängig von der Vielfalt ihrer Autoren ein in sich klarer und wahrer Zusammenhang. Sie ist das Werk Gottes, das aus der Inspiration des Heiligen Geistes hervorging. Weil Gott selbst der Autor ist, hat sie – und sie allein – Autorität in allen Fragen des Glaubens und Lebens. Und weil der Heilige Geist die menschlichen Verfasser geleitet hat, kann ihr Inhalt auch nur durch die Erleuchtung des Geistes in der Tiefe verstanden und bejaht werden.
 
Zwei hermeneutische Grundsätze sind zu bedenken: Erstens: das „Allein die Schrift“ der Reformation. Der Schriftbeweis ist in theologischer Auseinandersetzung das entscheidende Argument. Die Kirchen der Reformation behaupten seit dem Aufkommen der modernen Bibelkritik, dass die Bibel, weil sie von Menschen geschrieben wurde, selbst auch nur menschliche Tradition sei. Theologen fühlen sich genötigt, erst mühsam nach authentischen Worten Gottes in der Bibel suchen. Damit sind wir beim zweiten Grundsatz: „Die ganze Schrift“. Die Bibel ist ein von Gott geschaffener Organismus, in dem alles mit allem in lebendiger Weise zusammenhängt. Dabei gefällt es Gott, Menschen in einer bestimmten Lebensphase den einen oder anderen Bibeltext besonders wichtig zu machen. Aber die Schrift als Ganze ist größer und bedeutsamer als unsere aktuellen Erkenntnisse. Deshalb sind wir an das gesamte Offenbarungswort von 1. Mose 1 bis Offenbarung 22 gewiesen. Entsprechendes gilt auch für bestimmte Phasen der Kirchengeschichte. In Verfolgungszeiten spricht zum Beispiel die Offenbarung des Johannes besonders zu den Gläubigen. In der Reformationszeit hat Gott die Rechtfertigung des Sünders ganz neu ins Zentrum gerückt. Als sich die evangelische Kirche in der „billigen Gnade“ bequem einrichtete, musste sie durch Gottes Geist zur Heiligung neu erweckt werden.
 
Um ein weiteres Beispiel zu nennen, im ersten Timotheus-Brief (1. Tim. 5,23) bittet Paulus seinen Freund Timotheus, wegen seiner Magenprobleme nicht nur Wasser, sondern auch ein wenig Wein zu trinken. Nun gut, mag mancher sagen, das ist wohl ein Hausrezept, das der Apostel bei seiner Großmutter gelernt hat. Aber ist dieser Ratschlag wirklich Gottes Wort? Könnten wir auf diesen Vers nicht verzichten? Wir können es nicht, denn mancher charismatische Wunderheiler verlangt, dass Christen auf Ärzte und Medizin verzichten und ausschließlich auf Wunder hoffen. Da ruft uns Paulus zur bodenständigen Nüchternheit, obwohl er selbst oft die Heilungswunder Gottes bezeugt hat. Aber es gilt eben, die ganze Schrift ernst zu nehmen und anzuwenden. Die Bibel als das geschriebene Offenbarungswort Gottes ist in Ehrfurcht zu hören und schriftgemäß auszulegen.

 

 

Dr. Rolf Hille
wohnt in Heilbronn und ist Honorarprofessor für Systematische Theologie und Apologetik an der FTH Gießen. Seine Ausführungen zur biblischen Hermeneutik können im Netzwerk von Pfarrer Ulrich Parzany (www.bibelundbekenntnis.de) ungekürzt gelesen werden

Die Perspektive macht den Unterschied

Wie die Bibel meine Gedanken und mein Leben positiv begleitet

Montagmorgen. Kaffeeduft zieht durch das Haus. Der Tisch ist gedeckt: Frühstück. Diese Zeit mag ich besonders. Alles ist frisch. Die Natur erwacht – und mit ihr mein Herz.

 

Entspannt den Tag beginnen
Doch jetzt freue ich mich erst einmal auf den Kaffee, einen Toast und das Ei. Während ich noch darauf warte, lese ich einen kurzen Bibelabschnitt. Bevor anderes auf mich einstürmt, möchte ich meinen Kopf mit guten Gedanken füllen. Ich sinne über das Gelesene nach und bitte Gott, mich an diesem Tag zu leiten. Mein Blick schweift durch das Küchenfenster in unseren Garten und bleibt an einer Tanne hängen. Ein Spatz sitzt vergnügt auf einem Zweig. Von oben herab betrachtet er die Welt. Nichts scheint seine gute Laune zu trüben. Der kleine Geselle fesselt meine Aufmerksamkeit. Er hat etwas, was mich fasziniert. Jetzt hab ich‘s! Er hat den Überblick! Plötzlich schleicht eine Katze durch den Garten. Die Spannung steigt. Was wird er tun?

Ich staune – er tut nichts. Gleichgültig schaut er der Katze nach, als wäre sie nur ein freundlicher Besucher in seiner kleinen Welt. Sollte er nicht wenigstens wegfliegen? Mein kleiner Spatz sieht das anders. Er bleibt seelenruhig sitzen. Die Entfernung zwischen ihm und der Katze ist groß genug. Die Gefahr ist weit weg. „Beneidenswert!“, denke ich versonnen. So würde ich auch gerne meinen Tag beginnen - trotz aller Anforderungen fröhlich mein Lied singen. Wenn ich doch nur den nötigen Abstand hätte!

 

Ein gutes Wort für den Alltag
Nach diesem morgendlichen Streifzug landen meine Gedanken wieder in meiner Küche. Wieder mitten im Leben, am Beginn der neuen Woche. Mir kommt der Bibelvers in den Sinn, den ich eben gelesen habe. Darin bekennt König David: „Voller Vertrauen blicke ich in die Zukunft, mein Gott; darum will ich singen und dir danken, Herr! Fasse neuen Mut, mein Herz! Wach auf! Ich will den neuen Tag mit meinem Lied begrüßen“ (Psalm 40,4). Die Bibel erzählt, dass David sich oft großen Problemen gegenübersah. Und reihenweise standen dabei Feinde hinter und vor ihm! Er erlebte viele gute Zeiten, kannte aber auch die schlechten. Wie könnte es mir gelingen, so zuversichtlich wie David meinen Alltag zu betrachten?

Ich stelle mich meinen Problemen so oft Auge in Auge, auf der gleichen Ebene. In diesen Momenten erscheinen sie mir fast unüberwindlich. Auf einmal wird mir bewusst, dass Gott mir soeben eine Lektion in Sachen „Zuversicht“ erteilt hat. Zum einen durch den Spatz, der mir gezeigt hat, wie man Probleme auch sehen kann: nämlich mit Abstand und aus einer anderen Perspektive. Und zum anderen durch David, der sich an Gottes Hilfe erinnert und den Tag mit einem Lied begrüßt.

 

Gib der Zuversicht eine Chance
Gott hat angeboten, auch mir neue Perspektiven zu schenken. Er will mich leiten. Die Bibel ist voll von den Zusagen Gottes, die Hilfe für meinen Alltag versprechen. Nun liegt es also an mir, mich darauf einzulassen. König David hat das getan. Deshalb ermuntert er sich und mich mit den Worten: „Fasse neuen Mut, mein Herz!“ Zum Schluss verordnet er sich, alles mit einem Lied zu besiegeln. Ich will den neuen Tag mit einem Lied begrüßen. Das ist ein guter Entschluss. Für neue Schritte schenkt er den Mut. Und er gibt mir genügend Grund, Lieder zu singen. Noch während ich den Tisch abräume, höre ich mich eine Melodie summen. Da muss ich plötzlich lachen. „Danke, Herr!“, kommt es über meine Lippen, „dieser Tag gehört dir.“

 

 

 

 

Marianne Kawohl
ist Diplom-Pädagogin und Psychotherapeutin mit einer Beratungspraxis in Gundelfingen bei Freiburg. Die beliebte Autorin (Jg. 1945) hat neben Pädagogik und Psychologie auch Germanistik und Theologie studiert.

Große Offenheit für das Evangelium in Teilen des Nahen Ostens

Es rumort im Nahen Osten. Mal mehr, mal weniger. Nahost ist im Fokus Gottes, der mit den Ländern rings um Israel seine Geschichte hat und mit seinen Verheißungen, die er durch die Propheten bereits im Alten Testament gab, zum Ziel kommen wird. In den letzten Jahren ist die Offenheit für das Evangelium auch unter den Beduinen größer geworden. Ein junger Europäer durfte ihre Gastfreundschaft erfahren und erzählte ihnen auch von Jesus Christus. Tobias Kübler von OM-Deutschland berichtet hier über Steve.
 

Von Steve können wir aus Sicherheitsgründen nur ein Symbolbild zeigen. Auch sein Name ist geändert. Genaue Länder und Orte werden nicht genannt. OM-Gebietsleiter Steve: „Für die Arbeit hier brauchen wir die Partnerschaft mit Gemeinden in aller Welt, damit durch Gebet, Finanzen und das Senden der besten Mitarbeiter die Muslime im Nahen Osten und Nordafrika die Möglichkeit bekommen, das Evangelium zu hören.“ Mit seinen Mitarbeitern setzt Steve den Fokus darauf, Gemeinden zu gründen und einheimische Leiter auszubilden.

 

 

Was ein Europäer in einer Krisenregion erlebte

Als Teenager las Steve B. viele Biografien von Missionaren. Jahre später bekam der junge Europäer zwischen Schule und Studium den Ruf in den Nahen Osten. Doch keine Mission sandte nur für ein Jahr dorthin. So reiste der 18-Jährige mit Operation Mobilisation (OM) dorthin. Arabisch zu lernen, war schwer. Darum besuchte er ein staatliches Institut, an dem er auch viel über den Nahen Osten hörte. „Ich spürte, dass Gott mich längerfristig dort haben will, um in abgelegenen Dörfern den Menschen von Jesus zu erzählen“, erinnert sich Steve.

 

Liebe zu den Beduinen
Nach einem Jahr kehrte Steve zurück, um zu studieren. Ende der 90er Jahre reiste er wieder aus und lebte für einige Jahre in einem Dorf sesshafter Beduinen. Dort legte Gott ihm nomadische und niedergelassene Beduinen aufs Herz, denen niemand von Jesus sagte. Mit anderen Mitarbeitern fuhr er in einem Geländewagen zu den Beduinen, campte bei ihnen, trank mit ihnen Tee, und sie sprachen über Jesus. Einige Jahre später begann Steve eine wissenschaftliche Forschungsarbeit an einer europäischen Universität. Dafür fuhr er viel in der Wüste im Nahen Osten herum, lebte mit den Beduinen, half ihnen praktisch und erzählte Geschichten aus der Bibel. Während eines Studienaufenthalts in Europa lernte er Mary kennen, die dort eine Bibelschule besuchte und zuvor mit OM in Nordafrika gearbeitet hatte. Sie heirateten und verbrachten ihre Flitterwochen bei den Beduinen. In den nächsten beiden Jahren trafen sie bei den Beduinen auf eine Offenheit. Nach ihrer Ausweisung zogen sie in ein anderes Nahost-Land, wo seine Frau sich an Projekten mit Beduinenfrauen beteiligte.

 

Noch nie davon gehört
Um ein Teil der Gemeinschaft der Beduinen zu sein, hielt Steve selbst mehrere Jahre einige Schafe. Noch immer geht er hinaus in die Wüste und trinkt Tee mit den Beduinen. Er ist jetzt OM-Gebietsleiter und mit Leitungsaufgaben beschäftigt, sucht einen Nachfolger, der den Beduinen die Geschichten aus der Bibel erzählt. „Wenn ich über das Leben von Jesus und seinen Tod sprach, dachten die Beduinen: Das war‘s!“, so Steve. „Für uns ist es klar, dass Jesus wieder aufersteht. Doch die Beduinen haben noch nie das Ende der Geschichte gehört. Ihnen zu erzählen, was das für uns bedeutet und dass es durch Jesus für uns einen Zugang zum himmlischen Vater gibt, das sind für mich die wertvollsten Momente.“

Trotz Krise einmalige Gelegenheit
Obwohl der Nahe Osten auf vielfache Weise in Flammen aufgeht, gibt es viele einmalige Gelegenheiten für das Evangelium, sagt Steve. Für ihn und seine Familie ist es ein Vorrecht, dort zu sein. Wo die Beduinen leben, ist es relativ ruhig. Aber niemand weiß, was kommen wird. „Wir glauben, dass jetzt die Zeit ist, in der die weltweite Kirche sich mehr als je zuvor in der arabischen und muslimischen Welt engagieren sollte“, erklärt Steve. „Wir sollten nicht aus Furcht zurückschrecken, denn wir sehen eine Offenheit unter vielen Muslimen, die wir seit Jahrhunderten nicht gesehen haben. In einigen Teilen der arabischen Welt kommen mehr Muslime zum Glauben an Jesus als je zuvor, was nicht heißt, dass es Millionen wären. Es ist eine besondere Zeit, inmitten all der Gewalt zu sehen, wie Gott Menschen zu sich bringt.“

 

 

 

 

Tobias Kübler
ist Öffentlichkeitsreferent von OM-Deutschland in Mosbach/Nordbaden

Ausgabe Aug. / Sept. 2016

Badische Landeskirche:
 

Am Samstag, 24. Sept., von 11 Uhr bis 18 Uhr Innovationstag 2016 (Henhöfertag Baden) in Linkenheim bei Karlsruhe zum Thema „Kirche: Geistreich“ mit Pfarrer Hans-Hermann Pompe (57), Leiter des Zentrums „Mission in der Region“ der Ev. Kirche in Deutschland (Redner am Vormittag), und Pfarrer Hans-Peter Wolfsberger, Leiter vom „Haus der Besinnung“ in Betberg bei Freiburg (Redner am Nachmittag, 15:20 Uhr) – und neun Workshops um 13:30 Uhr, parallel Bühnen-Programm „Martin Luther und sein Knecht“, eine Zeitreise mit Annette und Lutz Barth, ab 10:30 Uhr Ankommen bei Kaffee und Brezel. Internet: http://ekiba.de/html/content/innovationstag.html

(www.ekiba.de)

 

 

CVJM-Landesverband Baden:

Vom 11.-14. Okt. Verwöhn-Tage für Senioren (ab 60 Jahren) im CVJM-Lebenshaus „Schloss Unteröwisheim”.

Vom 14.-16. Okt. Mutter-Tochter-Wochenende im CVJM-Schloss Unteröwisheim. Am Samstag, 15. Okt. von 10 Uhr bis 14 Uhr Kindererlebnistag im CVJM-Marienhof bei Offenburg. Am Montag, 31. Okt., ChurchNight für junge Leute zum Reformationstag im „Schloss Unteröwisheim” und an vielen Orten in Baden und ganz Deutschland mit vielen Angeboten (www.churchnight.de).

 

(www.cvjmbaden.de)

 

Seelsorgezentrum „Haus Frieden“ in Steinen:

 

Vom 26.-30. Sept. Biblische Wahrheiten neu entdecken mit Irmgard Ott und Raum, über Gott und das eigene Leben nachzudenken. Vom 10.-21. Okt. Goldener Herbst mit Spaziergängen und geistlichem Auftanken für den Herbst des Lebens mit Pfr. Wolfgang u. Doris Gehring (Montag bis Sonntag) und Pfr. Traugott u. Almut Fränkle (Sonntag bis Freitag).

 

(www.haus-frieden.de)

 

DMG-Interpersonal, Sinsheim:

Am 25. Sept. ab 10 Uhr Herbstmissionsfest 2016 unter dem Motto „Mission – Gemeinden sei Dank!“ mit Prof. Dr. Peter Penner, der Christen in Osteuropa theologisch ausbildet und einen slawischen Bibelkommentar herausgegeben hat. Er spricht im Festgottesdienst um 10 Uhr zum Thema „Ohne Gemeinde geht es nicht!“ Parallel ist ein buntes Kinderprogramm.

 

(www.DMGint.de)

 

Aufgegriffen:
Konzilien können irren

Die Synode der Badischen Landeskirche hat beraten und beschlossen: Jetzt können homosexuelle Paare getraut werden. Selten wurde ein Beschluss so rasch den Pfarrämtern mitgeteilt wie dieser. Wir fühlten uns erinnert an Schabowskis legendäre Bemerkung zur Grenzöffnung: „Ab sofort, unverzüglich.“ Und kaum ein Beschluss ruft so viele Irritationen und Fragen hervor wie dieser.
Zum Beispiel: Warum wird eine so wichtige Frage in der Landessynode behandelt und entschieden, ohne dass vorher ein Beratungsprozess in den Gemeinden, Bezirkssynoden und unter den Pfarrern stattfindet? Hat man Angst vor der Basis? Immerhin bedeutet eine solche Trauung den eklatanten Bruch mit biblischen Aussagen, bisher geltender Ethik, der zweitausendjährigen Tradition der Kirche und der ökumenischen Gemeinschaft.

 

>> zum Artikel

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Hoffen + Handeln